Pressemitteilung
Berlin, den 22.03.2000
Statement
des BDLA zur Studiengangsbezeichnung "Landespflege"/"Landschaftsarchitektur"
Die Hochschullandschaft im Bereich
der Landschaftsarchitektur zeichnet sich durch eine erhebliche Begriffsvielfalt
aus. Der Trend an den Hochschulen in Deutschland geht dahin, die Bezeichnung
des Studiengangs von "Landespflege" in
"Landschaftsarchitektur" zu verändern. An einigen Hochschulen wird
diese Umbenennung aktuell diskutiert.
Die Frage der Studiengangsbezeichnung ist von grundsätzlichem Interesse für den
Berufsstand. Die Verwendung eines einheitlichen Schlüsselbegriffes für das
Ausbildungsfach einerseits und der zukünftig angestrebten Berufsbezeichnung
andererseits trägt zu einem klaren und in der Öffentlichkeit gut zu
vermittelnden Berufsbild bei. Der Begriff Landschaftsarchitekt als geschützte
Berufsbezeichnung für Mitglieder der Architektenkammern ist im Hinblick auf das
Berufsbild in der Regel gut zu vermitteln. Da gerade in der Öffentlichkeit die
Tätigkeiten der Landschaftsarchitekten noch besser verankert werden müssen,
würde eine gleichlautende Bezeichnung des zu diesem
Beruf führenden Studienganges besonders förderlich sein. Neben der breiten
Öffentlichkeit wäre mit diesem Begriff insbesondere auch den Studienanfängern
geholfen, die schon im Stadium der Berufswahl ein Signal erhalten, welches
Berufsbild sie später erwartet.
Der Studiengang "Landschaftsarchitektur" wird sich gegenüber
verwandten Ausbildungsgängen deutlich abheben. Angesichts von über 400
"umweltbezogenen" Studienangeboten in Deutschland liegt ein klares
Profil auch im Interesse der Hochschulen. Die gemeinsame Aufgabe ist,
Landschaftsarchitektur als eigenständigen Studiengang zu entwickeln und
qualitativ von verwandten Studiengängen mit lediglich umwelt- und raumbezogenen Schwerpunktbildungen abzugrenzen.
Zusätzlich ist zu bedenken, dass allein der Begriff
"Landschaftsarchitektur" problemlos international verwendet, dagegen
der Begriff "Landespflege" kaum mit gleicher Bedeutung übersetzt
werden kann. Auf der europäischen Ebene ist es bereits gelungen, Landscape Architecture als Begriff in der internationalen
Zusammenarbeit unter dem Dach der European Foundation
for Landscape Architecture
zu positionieren.
Der Begriff "Landespflege" sollte aufgegeben werden. Er bildet die
vielfältigen Inhalte der zeitgemäßen Ausbildung an den Hochschulen nicht mehr
ab und ist in der breiten Öffentlichkeit auch anders besetzt.
Der Begriff "Landschaftsarchitektur" kann das Gesamtfach
repräsentieren, ohne dass wissenschaftliche oder künstlerische Teildisziplinen
den Alleinvertretungsanspruch einer anderen befürchten müssten. Der Überbegriff
erlaubt es, weiter zu differenzieren. Dabei sind Verbindungen wie Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
o.ä. selbstverständlich denkbar. Angesichts der
absehbaren Bachelor- und Masterstudiengänge werden
sich darüber hinaus ausreichende Differenzierungsmöglichkeiten ergeben. Daher
empfiehlt der BDLA den Hochschulen, die Studiengangsbezeichnung mit dem Begriff
"Landschaftsarchitektur" zu vereinheitlichen.
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